Der Grundgedanke der Gruppe

„Kommt und ergreift das Kreuz!“
Derart schallt der Ruf der Pfaffen und Ritter Ende des Jahres 1187 durch die Gegend um Ulm. Denn Papst Gregor VIII rief zum Kreuzzug ins Heilige Land. Und der Kaiser höchstselbst, Friedrich der Erste, genannt „Barbarossa“, erhörte seinen Ruf.
Allenorten begannen also die Vorbereitungen und das Jahr 1188 sah ein emsiges Treiben rings um die Kaiserpfalz am schönen Donauufer. Kähne und Zillen wurden beladen, Vorräte belagert und Eisenzeug geschmiedet.
So begab es sich auch, dass sich unsere kleine Gruppe des Winters in Ulm traf.
Ein paar wenige Gerüstete, Handwerker, Pilger und sogar Weiber und Bälger. Zu wenige um die gefahrenreiche Reise über den Balkan zu wagen und zu arm um die teure Überfahrt übers Mittelmeer von Italien aus bezahlen zu können, stand unsere Fahrt unter keinem guten Stern. Einige von uns verzagten fast, während andere sich von der Gruppe trennen und ihr Glück allein bei anderen Pilgerzügen versuchen wollten.
Doch an einem Frühjahrsmorgen sprengte eine Gruppe Johanniterritter über die Aue an den Ufern der Donau und machte in einiger Entfernung zum Stadttor halt um ihre Rösser zu tränken und den Proviant zu füllen.
Einer unserer Handwerker fasste sich ein Herz und sprach einen der Ordensritter an.
So erfuhren wir, dass sich ein Tross Johanniter in Ulm treffen sollte, um von dort aus mit ihrem neuen Komtur Andreas von Pfuhl nach Akkon zu ziehen. Dort sollten sie die Kräfte des Ordens stärken.
Unseren ganzen Mut zusammennehmend, sprachen wir beim Herrn von Pfuhl vor und unterbreiteten ihm unser Anliegen.
Dem Herrn sei Dank, der Ritter ward ein wahrer Christenmensch und willigte ein, uns für die Reise unter seinen Schutz zu nehmen.
Im Gegenzug sollten wir die Seinen mit Proviant und Handwerksarbeit unterstützen.
Schnell waren sich alle einig, und als der Kaiser am 11. Mai 1189 von Regensburg aus zum Kreuzzuge aufbrach, waren auch wir bereit und verließen Ulm in Richtung jener fernen Länder die man uns als heilig pries.
Um die 20 mittelalterbegeisterte Frauen, Männer und Kinder gehen in unserem Verein ihrem Hobby nach.
Anfangs noch als Hoftagslager, stellte sich im Laufe der Jahre heraus, dass diese Darstellung nicht so recht zur Entwicklung der Gruppe passte.
So entwickelte sich aus der Johanniter-Darstellung, welche eigentlich nur für ein besonderes Event organisiert worden war, allmählich die Lieblingsdarstellung der meisten männlichen Vereinsmitglieder.
Mit der Zeit wurde das Thema Pilgerzug immer logischer, da wir ja tatsächlich mit unserer Ausrüstung ständig auf Reisen sind und sie so auch den Erfordernissen einer solcher Reisen angepasst hatten.
Wie die Pilger zu damaliger Zeit kämpfen wir stetig mit dem Gewicht und dem Transport unserer Habseligkeiten und genießen die immer neuen Eindrücke die wir auf unseren Wegen sammeln dürfen.
Dem geschuldet sah man uns und unser Lager von Obernburg (vor Frankfurt) bis Kaprun (in Österreich) schon an manch schönem Ort, und so Gott will wird man uns auch noch an vielen anderen Orten treffen.